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Streuobstwiese in Neufinsing

13. März - 8:00-17:00

   Finsinger Gartler und Wählergruppe Neufinsing pflanzen Streuobstbäume

 

Trotz der derzeitigen Einschränkungen haben sich die Finsinger Gartler nicht mehr aufhalten lassen und wie schon letztes Jahr geplant, auf dem Gemeindegrundstück hinter dem Spielplatz am Lärchenweg in Neufinsing 10 verschiedene Apfelsorten als Streuobstbäume gepflanzt. Die Kosten für die Bäume übernimmt die Gemeinde Finsing und bekommt dafür die Fläche von der unteren Naturschutzbehörde als Ausgleichsfläche anerkannt. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hatte damals Sepp Höschl, den Schriftführer und Baumwart des Vereins auf die Idee gebracht, hier für die Natur und die Erhaltung alter Obstsorten aktiv zu werden. Gemeinsam mit dem Kreis-Fachberater am Landratsamt Erding, Michael Klinger, wurden in der Baumschule bei Hofstarring die passenden Bäume ausgesucht. Darunter sind beliebte Sommeräpfel wie Jakob Fischer, lagerfähige Sorten wie Goldrenette von Blenheim, Baumanns Renette und Glockenapfel, sowie Mostäpfel wie Maunzen und Roter Eiser. Beim Graben der Pflanzlöcher kamen dann auch die Helfer Jürgen Ruhland und Gemeinderat Dr. Michael Suhre ins Schwitzen, denn die Erde war ausgesprochen hart und stellenweise knirschte schon nach einem Spatenstich der Kies. Es musste daher einiges mehr ausgehoben werden als zuvor gedacht, um den Bäumen einen guten Start zu ermöglichen. Jetzt heißt es dann nur noch gießen und warten, denn bis die ersten Äpfel zu ernten sind, werden 5 bis 10 Jahre vergehen. Ein Hochstamm-Obstbaum kann dafür bei guter Pflege dann aber durchaus 80 oder mehr Jahre alt werden. Als Voraussetzung für ein langes Baumleben und gesunde Früchte muss in den nächsten 10 bis 20 Jahren durch gezielten Schnitt ein stabiles und gleichzeitig lichtdurchlässiges Kronengerüst aufgebaut werden. Laut Sepp Höschl eignet sich hierfür der bei uns leider viel zu wenig bekannte Obstbaumschnitt nach Oeschberg-Palmer am besten. Wichtigste Elemente sind neben der Stammverlängerung in der Mitte 3 oder besser 4 kräftige Leitäste, die von der Kronenbasis anfangs in einem Winkel von etwa 45 Grad, später auch steiler, nach oben wachsen sollen und auf keinen Fall von weiteren Ast-Etagen überwachsen, beschattet und unterdrückt werden dürfen. Der Gartenbauverein wird für Interessierte in den nächsten Jahren auch wieder Baumschneidekurse anbieten. Das Wissen um den optimalen, naturnahen Schnitt großkroniger Obstbäume ist leider in den letzten 50 Jahren weitgehend verloren gegangen. Die Übertragung des für den Erwerbsobstbau an extra schwach wachsenden Bäumen entwickelten Spindel-Schnitts auf stark wachsende Bäume ist genauso zum Scheitern verurteilt, wie ein wachsen lassen auf gut Glück, sagt Sepp Höschl nach über 30 Jahren eigener Erfahrung beim Obstbaumschnitt. Auch wenn es die nächsten Jahre noch nichts zu naschen gibt, wird es sich daher lohnen, hin und wieder auf der Obstwiese in Neufinsing am Lärchenweg vorbei zu schauen.

 

Details

Datum:
13. März
Zeit:
8:00-17:00

Veranstaltungsort

Spielplatz Lärchenweg, Neufinsing

Veranstalter

WGN + Gartenbauverein